Bei Wanderbaustellen, Mäh- und Reinigungsarbeiten sichert ein besetztes Fahrzeug die Kolonne nach hinten ab. Es steht dort, damit es getroffen wird — und im Führerhaus sitzt ein Mensch.
Eine mobile Arbeitsstelle wandert: Mähen der Böschung, Reinigen der Fahrbahn, Markierungsarbeiten, Kontrollgänge. Weil sie sich bewegt, lässt sie sich nicht wie eine feste Baustelle abriegeln. Gesichert wird sie deshalb durch ein Fahrzeug, das mit Abstand hinterherfährt und den fahrenden Verkehr davor bewahrt, in die Kolonne zu geraten.
Dieses Fahrzeug ist konstruktiv dafür gebaut, einen Aufprall aufzunehmen. Das ist seine Aufgabe. Nur sitzt darin jemand, der auf dieselbe Kollision wartet.
Wie real das ist, zeigen die Zahlen: In Österreich ist etwa jeder zweite Autobahnunfall ein Auffahrunfall, und rund fünf bis sechs Prozent aller schweren Lkw-Auffahrunfälle auf Autobahnen treffen eine mobile Warntafel. Das sind keine Ausreißer, sondern ein Berufsrisiko mit Statistik.
An einer mobilen Arbeitsstelle gibt es zwei Rollen, die sich unabhängig voneinander automatisieren lassen — und die sich technisch deutlich unterscheiden.
Das Fahrzeug hält den vorgeschriebenen Abstand zur Kolonne, trägt Warntafel und Aufprallschutz und folgt der Arbeitsstelle selbstständig. Die entscheidende Änderung ist nicht, dass es fährt, sondern dass niemand darin sitzt.
Mähen an Böschung, Bankett und Lärmschutzwall, Reinigungs- und Kontrollfährten. Lange, gleichförmige Strecken in einer gut kartierbaren Umgebung — und häufig an Hängen, die für bemannte Maschinen heikel sind.
Der eigentliche Gewinn entsteht, wenn Mähgerät und Sicherungsfahrzeug als Gespann fahren: Die Kolonne wird kleiner, es braucht weniger Personal, und die gefährlichste Position ist gar nicht mehr besetzt.
Im Forschungsprojekt aFAS haben acht Partner aus Industrie, Forschung und Verwaltung ein fahrerloses Absicherungsfahrzeug entwickelt und 2018 im fließenden Verkehr öffentlich vorgeführt. Ein umgebauter Lkw folgte einer mobilen Arbeitsstelle auf dem Seitenstreifen — ohne Fahrer, mit definiertem Abstand, auf Basis von Serienkomponenten für Steuerung und funktionale Sicherheit.
Das ist die wichtigste Einordnung für diese Anwendung: Sie ist kein Konzept, sondern demonstriert. Was fehlt, ist nicht der Nachweis der Machbarkeit, sondern der Weg in den Regelbetrieb.
Wir sagen offen: Der Weg zur Zulassung ist bei dieser Anwendung länger als der zur Funktion. Wer sie ernsthaft verfolgt, tut das gemeinsam mit dem Straßenbetreiber und der Genehmigungsbehörde — nicht als Beschaffung von der Stange.
Verwandt ist die Grünflächen- und Böschungspflege: dieselbe Umgebung, dieselbe Plattformklasse — nur ohne die Sicherungsrolle.