Gegen die Wirkung eines Kampfmittels schützt keine Ausrüstung — nur Entfernung. Ein Fahrzeug kann diese Entfernung herstellen, ohne dass jemand näher herangeht als nötig.
Kampfmittelbeseitigung ist in Deutschland Alltagsgeschäft. Allein der niedersächsische Kampfmittelbeseitigungsdienst hat 2025 rund 232 Tonnen Kampfmittel aus beiden Weltkriegen in 1.349 Einsätzen beseitigt; in 74 Fällen musste vor Ort gesprengt werden, weil der Fund nicht transportfähig war. Bundesweit werden die Altlasten auf rund 100.000 Tonnen geschätzt, davon etwa 18.000 bis 20.000 Tonnen Blindgänger.
Das ist kein Restbestand, der sich in wenigen Jahren erledigt. Es ist eine Daueraufgabe mit planbarem Volumen — und mit einem Risiko, das sich nicht wegtrainieren lässt.
Der Begriff umfasst zwei Bereiche, die sich in Ablauf und Anforderung deutlich unterscheiden.
Funde aus beiden Weltkriegen, bearbeitet von den Kampfmittelbeseitigungsdiensten der Länder. Meist planbar: Baustelle, Sondierung, Freilegung, Beurteilung. Das Umfeld ist bekannt, der Zeitdruck begrenzt, die Zugänglichkeit oft schlecht — Baugrube, weicher Boden, enge Verhältnisse.
Kampfmittel neuerer Herkunft und unklare Fundlagen fallen in die Zuständigkeit der Landeskriminalämter; die Entschärfergruppen von Landes- und Bundespolizei arbeiten hier. Anders als bei der Räumung ist die Lage dynamisch, das Umfeld unbekannt und der Zeitdruck hoch.
Verwandt sind die Gefahrstoff- und CBRNE-Lagen — dieselbe Logik aus Distanz messen, beurteilen, handhaben, nur mit anderem Gefahrenbild.