Im Wald entscheidet nicht die Nutzlast über den Wert einer Maschine, sondern was sie hinterlässt — und ob sie dorthin fährt, wo niemand hin darf.
Waldboden verträgt Druck schlecht und erholt sich langsam. Deshalb ist der Wirtschaftswald von einem Raster aus Rückegassen durchzogen — im Regelfall 20 Meter Abstand, bemessen nach der Kranreichweite der Erntetechnik. Alles dazwischen soll unbefahren bleiben.
Der Grund dafür ist eine Rechnung: Ein mittlerer Forstschlepper mit Seilwinde und angehobener Last bringt sechs bis sieben Tonnen auf die Hinterachse. Als kritisch für den Boden gilt bereits ein Druck von mehr als 0,5 bar. Wer diese Größenordnung nicht braucht, sollte sie auch nicht in den Bestand fahren.
Gleichzeitig sind viele Arbeiten im Wald nicht schwer, sondern mühsam und schlecht zu besetzen: Zustandsaufnahme, Kontrollgänge, Kulturpflege, Material an schwer erreichbare Punkte bringen. Es sind genau die Aufgaben, die liegen bleiben.
In Brandenburg gelten rund 575.000 Hektar der Landesfläche als kampfmittelverdächtig. 300.000 Hektar davon sind Wald — etwa ein Drittel der gesamten Waldfläche des Landes.
Was das im Brandfall bedeutet, zeigt die Statistik deutlicher als jedes Argument: Seit 2002 lagen die zehn größten Waldbrände Brandenburgs ausschließlich auf munitionsbelasteten Flächen, zusammen 3.301 Hektar. Im Jahr 2019 verursachte die Selbstentzündung alter Munition Brände auf 851 Hektar — 63 Prozent der gesamten Waldbrandfläche des Landes in diesem Jahr.
Der Grund für diese Größe ist kein Versagen der Feuerwehren, sondern eine Schutzentscheidung: Auf solchen Flächen dürfen Einsatzkräfte nicht vorgehen. Gelöscht wird vom Rand her, aus der Luft oder gar nicht — und in der Zwischenzeit läuft das Feuer weiter.
Hier hat ein unbemanntes Fahrzeug seine eigentliche Berechtigung. Es ersetzt keine Kampfmittelräumung und macht die Fläche nicht sicher. Es kann aber hineinfahren, ein Lagebild liefern und Wasser ausbringen, ohne dass jemand mitgeht. Verwandte Lagen behandeln wir unter Kampfmittelbeseitigung und Brandbekämpfung.
Auf Flächen, die nicht betreten werden dürfen, ein Bild der Lage liefern, Glutnester im Wärmebild finden und aus Distanz nachlöschen. Der Wert liegt nicht in der Wassermenge, sondern darin, dass niemand mitgeht.
Laserscanning und Kamerafahrten liefern Bestandsdaten aus Bodenhöhe — Stämme, Verjüngung, Totholz, Schäden. Anders als eine Befliegung sieht die Plattform unter das Kronendach.
Pflanzgut, Zaunmaterial, Werkzeug und Verpflegung über weiche Wege dorthin bringen, wo gearbeitet wird — statt es zu tragen oder ein schweres Fahrzeug in den Bestand zu fahren.
Freischneiden junger Kulturen, Pflege auf Sonderflächen, Arbeiten auf Halden, Deponien und Renaturierungsflächen — wiederkehrend, kleinteilig und häufig ohne Zufahrt für Großtechnik.
Autonome Forsttechnik ist ein aktives Forschungsfeld, kein Produktmarkt. Das schwedische Projekt AutoPlant — getragen unter anderem von Skogforsk, SCA, der Technischen Universität Luleå, der KTH Stockholm und Bracke Forest — arbeitet an der autonomen Bodenbearbeitung und Pflanzung. Der Ausgangspunkt dort: In Schweden werden 99 Prozent der Pflanzung von Hand ausgeführt, und die Leute dafür sind kaum noch zu finden.
Zwei Ergebnisse sind auch für uns aufschlussreich. Erstens die Pflanzplatzerkennung: Eine Stereokamera mit Bildauswertung erkennt Stubben, Steine und Holzreste in Echtzeit und wählt die Stelle aus. Zweitens die Zielgröße des Konzepts — die Bodenstörung soll von rund 50 Prozent auf unter 3 Prozent sinken.
Wir bauen keine Erntetechnik. Holzernte und Rücken bleiben bei Harvester und Forwarder; das sind Lasten in einer Größenordnung, für die diese Plattformklasse nicht gebaut ist. Unser Beitrag liegt bei allem, was zwischen den Hiebsmaßnahmen anfällt — und dort, wo der Boden oder die Gefahrenlage ein schweres Fahrzeug ohnehin ausschließt.
Verwandt: Landwirtschaft und Sonderkulturen mit derselben Bodendruck-Logik, Erkundung und Bergung nach Sturm- und Unwetterlagen.