In der Forschung ist das Fahrzeug selten das Ziel. Es ist das, was die eigentliche Arbeit trägt — und es taugt nur so viel, wie es sich verändern lässt.
In der Forschung ist die Plattform Träger. Gearbeitet wird an Wahrnehmung, Navigation, Regelung, Kommunikation oder an einer Messaufgabe im Gelände. Das Fahrzeug muss zuverlässig fahren, Nutzlast und Strom bereitstellen und sich an definierten Schnittstellen ansprechen lassen. Was es sonst noch kann, ist zweitrangig.
In der Lehre ist die Plattform Gegenstand. Studierende sollen hineinsehen: Antriebsstrang, Regelkreis, Bussystem, Sensordatenverarbeitung, Sicherheitskette. Eine Blackbox mit gutem Datenblatt ist dafür unbrauchbar, so gut sie fährt.
Beides führt zur selben Anforderung, nur aus unterschiedlicher Richtung: offene, dokumentierte Schnittstellen und die Erlaubnis, tiefer zu gehen als bis zur Fernbedienung.
Firmware und KyROS-Software (Python, CANopen) des PALLAS.75 sollen offengelegt werden. Beide Repositories sind heute noch nicht öffentlich; veröffentlicht wird über github.com/NEXOSGroup. Für ein konkretes Vorhaben geben wir vorab Einblick — auch das lässt sich vertraglich regeln.
Solange das so ist, sagen wir es auch so. Ein Institut, das die Offenlegung als Voraussetzung braucht, sollte sie sich zusichern lassen, statt sich auf eine Ankündigung zu verlassen.
Dazu kommt die mechanische und elektrische Seite. Die Payload-Schnittstelle sitzt beim PALLAS.75 auf vier Verriegelungen des Herstellers Kipp, dazu kommen Strom- und Datenschnittstelle — ein eigener Aufbau wird aufgesetzt und verriegelt, nicht angepasst. Ab PALLAS.150 ist bislang die Payload-Dimension festgelegt, das Befestigungssystem entsteht gemeinsam mit den ersten Kunden dieser Baugrößen. Und das Steuerungskonzept ist in drei Stufen aufgebaut, sodass eine eigene Rechenebene über der Fahrzeugsteuerung Platz hat, statt sie ersetzen zu müssen.
Wie das unter Wettbewerbsbedingungen aussieht, ist nachlesbar: Bei der Robotics Challenge der Internationalen Atomenergie-Organisation mit CSIRO Data61 ging es um autonome Befahrung, Identifikation, Auslesen von Kennzeichnungen und Strahlungsmessung an einem Testaufbau — beschrieben unter Anlageninspektion. Laufende Kooperationen mit der Technischen Hochschule Deggendorf und dem Fraunhofer FKIE stehen auf der Seite Unternehmen.
Der Maßstab in diesem Feld ist gesetzt. Clearpath Robotics liefert mit Husky und dem großen Geländefahrzeug Warthog seit Jahren Forschungsplattformen aus: ROS beziehungsweise ROS 2 vorinstalliert und konfiguriert, ein Gazebo-Simulationsmodell im Lieferumfang, Montageplatten für Nutzlasten sowie zugängliche Strom- und Kommunikationsanschlüsse — und dahinter eine große Community mit offenem Code und Beispielen.
Das ist ein hoher Standard, und es ist der, an dem eine Hochschule vergleicht. Ein Institut kauft keine Plattform, sondern einen Startpunkt: Wie schnell läuft der erste eigene Node, und gibt es ein Modell, in dem sich das Ganze simulieren lässt, bevor jemand im Gelände steht?
Wir treten hier mit anderen Argumenten an: ein Baugrößenband von der handhabbaren Plattform bis zu Nutzlasten, die deutlich darüber liegen; kurze Wege zwischen Konstruktion, Fertigung und Support an einem Standort, was bei Sonderaufbauten über die Projektlaufzeit entscheidet; und ein Fahrzeug, das nicht nur im Versuch, sondern in einer echten Anwendung stehen soll. Wo wir noch nicht sind, steht weiter unten.
Wahrnehmung, Navigation und Regelung auf realem Untergrund erproben, statt im Simulator zu bleiben. Die Fahrzeugsteuerung bleibt darunter, die eigene Rechenebene kommt darüber.
Eigene Messtechnik dorthin bringen, wo sie gebraucht wird — wiederholbar, auf derselben Spur, über einen ganzen Versuchstag. Für Umwelt-, Boden- und Vegetationsforschung oft der eigentliche Grund für die Beschaffung.
Antriebsstrang, Bussystem, Regelkreis und Sicherheitskette an einem realen Fahrzeug nachvollziehen. Offener Quellcode macht aus einer Vorführung eine Aufgabenstellung.
In Förderprojekten und Verbundvorhaben ist am Ende ein fahrender Demonstrator gefragt. Eine Plattform, die auch danach noch Hersteller und Ersatzteile hat, ist mehr wert als ein Eigenbau.
Für anwendungsnahe Vorhaben lohnt der Blick auf die fachlichen Seiten — etwa Vermessung und Kartierung, Forst und Umwelt oder Landwirtschaft und Sonderkulturen.